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"LSW" - Der Verband für alle Spielleute in Bayern


 

40 Jahre LSW-Bayern – ein Festtag für die Spielmannsmusik

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Spielmannsmusik, vielfältig, traditionell und modern

Herrliches Herbstwetter, farbenprächtige Uniformen und eine in der Vielfalt nicht zu überbietende Musik: Das war der Dreiklang, an dem die Mitglieder des Landesverbandes für Spielmannswesen in Bayern mitwirkten, da sie ihr 40-jähriges Besten in Bad Windsheim gefeiert haben.

Zum Auftakt hatten die Spielmannszüge aus Rosenheim, Amorbach, Beyharting, Obernau, Neubrunn, Viechtach, Retzbach, Eggenfelden, Amberg und Herbertshofen auf unterschiedlichen Plätzen in der Altstadt sowie beim Seerosenbrunnen im Kurpark bei Standkonzerten die vielen Facetten der Spielleutemusik demonstriert. Anschließend marschierten sie mit klingendem Spiel zum Kultur- und Kongress- Center. Selbst bei der Überquerung der Bahngleise auf der Fußgängerbrücke ließen sich die einzelnen Gruppen nicht aus dem Takt bringen. Am KKC übernahm der Spielmannszug aus Furth im Wald die musikalische Begrüßung der dort wartenden Besucher.

Festakt im Rahmen eines Konzertes

Fanfarenklänge der Bad Windsheimer Gruppe und der Auftritt Till Eulenspiegels von der Wagnertanzgilde Bad Windsheim eröffneten das Konzert. Franz Kleisinger, Vorstand des LSW-Bayern, ließ die vergangenen 40 Jahre Revue passieren und erinnerte an den oft mühsamen Weg, die Anerkennung der Blasmusikverbände zu erringen. Er dankte all seinen Vorgängern für ihre Arbeit und stellte erfreut fest, dass der LSW-Bayern heute in allen bayerischen und bundesdeutschen Verbänden anerkannt und aktiv mitwirkt. Die Arbeit des LSW in den letzten 40 Jahren hat dazu beigetragen, dass die Spielleute nicht mehr als Knüppelmusikanten auf der Straße angesehen werden. Heute ist die Spielmannsmusik als eigenständige Musikrichtung im Kreise der bayerischen Blasmusik anerkannt. Er forderte alle Spielmannszüge auf, sich intensiv in der Zukunft um ihren Nachwuchs zu kümmern, In Bayern muss es in den Bläserklassen auch Unterricht mit den Instrumenten der Spielleute geben.

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Grußworte an die Spielleute

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Bernhard Kisch: Ich finde es gut, dass Sie auf der Straße spielen. Die Halle ist übervoll – wie viele hätten ihre Musik nicht hören können. Die Menschen waren alle begeistert von den Darbietungen. Präsident Dr. Thomas Goppel vom Bayr. Musikrat konnte leider nicht persönlich nicht anwesend sein, jedoch sandte er ganz kurzfristig eine Botschaft per Video. Er war erstaunt, dass ein Spielleuteverband erst 40 Jahre besteht, ihr seid doch eine der ältesten Musikrichtungen die es gibt. Er sei ein begeisterter Anhänger von den Spielmannszügen aus seiner unterfränkischen Heimat.So vielfältig unser Bayernland ist so vielfältig sei auch die Musik der Spielleute. Es freue ihn, dass die Spielleute heute nicht nur auf der Straße spielen, sondern immer wieder zeigen, dass man mit einem einfachen Instrumentarium auch großartige Konzerte gestalten kann. Er zähle weiterhin auf die Mitarbeit des Landesverbandes im Bayr. Musikrat. Der Präsident des BBMV, Peter Winter, freute sich dass heute die Blasmusik und die Spielleute im BBMV fest und geschlossen zusammen arbeiten. Nur so können alle die großen Aufgaben in der Zukunft bestehen. Er fühle sich mehr als wohl bei den Spielleuten und es freut ihn, dass auch aus seiner Heimat so wunderbare Züge kommen,

Ein noch nie gehörtes Konzert

Hermann Dirscherl aus Furth im Wald führte durch das musikalische Programm und zitierte Wilhelm Busch der sich einmal über Musik geäußert hat: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“. Er meinte dazu, oh wäre Wilhelm Busch heute hier, Dann könnte er hören und sehen auf welch wunderbare und eindrucksvolle Art unsere Spielleute heute Musik machen. Als erste Gruppe kündigte er den Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Neubrunn/Ufr. an. Sie spielen mit Naturton-Instrumenten mit einer bestimmten Rohrlänge ohne Ventile. Je weiter die Spieler sich in der Tonhöhe hinaufbewegen, desto enger liegen die Tonfolgen beieinander und desto mehr Präzision wird von den Spielern verlangt. Der Komponist Alfred Meckel, der auch der erste Stabführer der Herolde war, hat viele Konzertstücke für 5 Fanfarenstimmen geschrieben. Die Neubrunner haben bis heute bei jeder Meisterschaft des BDMV die höchste Punktzahl erreicht und als Deutscher Meister spielten sie unter der Leitung von Marco Uher den „Marsch der fränkischen Herolde“ und die „Jubiläumsfanfare“.

Im nächsten Teil wurde deutlich leisere Musik geboten. Der Spielmannszug Rosenheim brachte als erstes Stück: „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ von W.A. Mozart. Dieses Stück haben sie mit ihren Schwegelflöten intoniert. Diese Flöten aus Nussbaumholz gab es schon im Mittelalter und wurden damals von  einfachem Schlagwerk begleitet. Als zweites Stück präsentierten die Rosenheimer den Titel „Blue Ridge Saga“. Darin wird der geschichtsträchtige Blue Ridge Mountains in North Carolina musikalisch beschrieben. Die Rosenheimer Spielleute unter der Leitung von Manuela Schröder erhielten für die Aufführung die mit einer Ballade begann und in einer temporeichen, dynamisch- rasanten Tour durch die blauen Berge endete viel Applaus.

Dann stellte Dirscherl eine besondere Besetzungsform vor, die es vor allem im süddeutschen Raum gibt. In der kombinierten Klasse spielt ein Flötensatz, aus Sopran-, Alt- und Tenorflöten zusammen mit den Naturtonfanfaren und dem kompletten Schlagwerk. Sein Heimatzug das „Grenzfähnlein“ Furth im Wald hat sich auf diese kombinierte Klasse spezialisiert und ist amtierender Deutscher Meister des BDMV. Die beiden Konzertstücke „Provocation“ und Musik-Express“ stammen aus seiner Feder. Die Dynamik, die Solo- und Tutti-Stellen sollen die beiden Kompositionen die aktiven Spieler wie auch die Zuhörer ansprechen. Der Beifall des Publikums bewies, dass dies dem Grenzfähnlein voll gelungen ist.

Dass die Entwicklung der Spielmannszüge mit Flöten und Schlagwerk derzeit einen hohen qualitativen Stand erreicht hat, zeigte das Spielleuteorchester Michelbach. Mehrere Faktoren zeigen jetzt die gewünschte Langzeitwirkung: das Bestreben der Spielleute sich in Lehrgängen und Prüfungen fortzubilden. Dazu kommt dass Komponisten für das gestiegene Spielniveau geeignete Stücke schreiben und dies wird alles unterstützt, da heute viele musikalischen Leiter der Spielmannszüge ein deutlich höheres musikalisches Potential mitbringen und dies auch an den Zug weitergeben können. So haben die Michelbacher die traditionelle Besetzung mit einem Register Hörner mit einem Ventil erweitert. In den Stücke „Sebastian Suite“ und „Houston Suite“ kommt dieser erweiterte Klang voll zu Wirkung. Durch die Arbeit ihres jetzigen Dirigenten Dirk Mattes, diplomierter Komponist und Dirigent ist das Spielleuteorchester Michelbach einer der wenigen Züge in ganz Deutschland die Höchststufenstücke in ihren Konzerten darbringen. Der große ‚Applaus und die Begeisterung der Zuhörer war Lohn die Michelbacher Spielleute für ihre Musik.

Als letzte Gruppe vor einem imposanten Finale sorgten die Spielleute vom Modernen Spielmanns- und Fanfarenzug Retzbach für einen hinreißenden Sound auf der Bühne. Mit Trompeten, Cornetts, Hörner, Posaunen, Euphonien, Sousaphonen, Querflöten und ein dieser Musikart entsprechendes Schlagwerk zeigten die Retzbacher die neueste musikalische Entwicklung der Spielleutemusik, das Spiel einer Marchingband. Dass zu dieser Musik auch ein entsprechendes optisches Auftreten dazu gehört, zeigt die ganz extravagante Kopfbedeckung von Retzbach. Mit dem Medley „Queen in Concert“ und dem Erfolgsstück der britischen Sängerin Adele „Rolling in the Deep“ begeisterten die Retzbach auch den letzten Zuschauer.

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Vor dem großen Finale bedankte sich Vorstand Kleisinger bei all seinen Mitstreitern aus der Vorstandschaft für ihre Unterstützung und zusammen mit Peter Winter wurde Bruno Eisenmann aus Retzbach für 40 Jahre Mitarbeit in der Vorstandschaft des LSW-Bayern geehrt. Schon am Gründungstag übernahm Eisenmann sein erstes Amt in der Vorstandschaft des LSW.

148 Spielleute aus neun verschiedenen Zügen traten nun auf die Bühne. Dies ergab ein überaus buntes Flair Gemeinsam wurden zuerst die Stücke von Hermann Dirscherl „Musikantengruß“ und „Matador“ aufgeführt. Das eigentlich Neue dieser beiden Stücke ist, dass sie zuerst für die Spielleute geschrieben wurden und dann erst für die Harmoniemusik erweitert worden sind. Somit steht die Spielmannszug-Version im Vordergrund. Das steht zur bisherigen Praxis bei solchen Gemeinschaftsstücken, da eine bestehende Blasmusik-Version für Spielmannszüge umgearbeitet wurde. Dies ist leider stets zum Nachteil für die Spielleute, da die Tonhöhe oft nicht passend ist oder die Spielleute unnötig viele Vorzeichen zu bewältigen hatten. Nicht nur für seine Leitung des Landesorchesters sondern auch für seine Ansagen erhielt Dirscherl den verdienten Applaus vom Publikum. Er verabschiedete sich mit den Worten „Musik ist angenehm zu hören, doch ewig braucht sie nicht zu währen.

Franz Kleisinger sagte den letzten Titel des Konzertes an. Er erzählte die Geschichte des „Marsch der Bayern“ und verband damit einen musikalischen Gruß mit den besten Wünschen an den Texter des Marsches Hr. Dr. Thomas Goppel. Das große Landesorchester unter der Leitung von Manuela Schröder spielte diesen Marsch und alle Musiker und Zuhörer sangen begeistert das Trio mit.

Mit der Bayernhymne endete ein einmaliges und grandioses Konzert. Der Applaus wollte nicht enden und noch lange danach sprach das Publikum mit vielen Musikern über die heute dargebrachte Spielmannsmusik. Das größte Lob bekamen die Spielleute vom Präsidenten Peter Winter: Seine hohen Erwartungen wurden heute übertroffen. So etwas hat man bis heute nicht gehört.

Sylvia Fehlinger

viele Bilder aus diversen Quellen dazu in unserer Bildergalerie

Der komplette Festakt zum Anhören

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