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Franz Kleisinger – Ein besonderer bayerischer Spielmann wurde 70

KleisingerEnde Juni vollendete Franz Kleisinger aus Rosenheim sein 70. Lebensjahr. Das ist Anlass, auf das Leben und das Wirken des Jubilars zurückzublicken: Franz Kleisinger wurde als Kind von Heimatvertriebenen geboren, die in Rosenheim eine Bleibe und ein Auskommen gefunden hatten. Der Vater war ihm ein Beispiel dafür, sich für die Aufnahme, Integration und die entgegengebrachte Wertschätzung in der neuen Heimat auf verschiedenste Art erkenntlich zu zeigen. Franz Kleisinger lebte dieses Beispiel über Jahrzehnte.

Bereits 1998, im Alter von 45 Jahren, wurde er dafür von der Stadt Rosenheim für die Verleihung des damals noch relativ neuen Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt vorgeschlagen. Ausschlaggebend war neben seinem Engagement im kirchlichen und sozialen Bereich sein Wirken im und für den 1955 als Trommlerzug gegründeten Spielmannszug Rosenheim, der sich auf die traditionelle Spielmannsmusik verlegte, die auf aus der Steiermark stammenden historischen Schwegelpfeifen gespielt wurde. Das traditionelle Gewand und die Tracht der Inn-Schiffer mit Janker und Stopselhut sind bis heute ein Blickfang und ein begehrtes Fotomotiv bei den Auftritten des Vereins.

Bei einer persönlichen Zwischenbilanz zum Jahresende 2003 kam Franz Kleisinger auf 32 Jahre als Ausbilder im Verein, 21 Jahre als Schriftführer, 8 Jahre als 2. und 11 Jahre als 1. Vorsitzender – und das in einem Verein ohne konstante Bleibe. Es war einfach das Los eines »typischen Spielmannsfunktionärs«. All dies zu schaffen und auch zu erhalten ist Teil des Lebenswerks von Franz Kleisinger, der nun schon seit insgesamt über 50 Jahren dabei ist, und der für sein Wirken mit der Ehrenmitgliedschaft und der Ernennung zum Ehrenvorstand des Heimatvereins ausgezeichnet wurde.

Durch seine Aktivitäten wurden auch die Vertreter der Vereine im Landesverband für Spielmannswesen in Bayern auf Franz Kleisinger aufmerksam und wählten ihn schon 1985 zunächst zum Beirat, 1992 dann zum stellvertretenden Vorsitzenden und 2006 schließlich zum Vorsitzenden des Landesverbands. Dieses Amt übte er bis Ende 2019 aus, als sich die Coronapandemie schon leicht abzeichnete. In Kleisingers Amtszeit fielen etliche besondere Veranstaltungen des Verbands wie zum Beispiel das 20-jährige Bestehen des Verbands in Lauf a.d. Pegnitz, das 25-jährige Bestehen des Verbands auf der Luisenburg und in der Stadt Wunsiedel sowie das 40-jährige Bestehen des Verbands im Kur- und Kongresszentrum in Bad Windsheim. Dazu kamen im Zweijahresrhythmus Verbandsmeisterschaften unter anderem in Karlstadt, Neubrunn, Rosenheim, Lauf a.d. Pegnitz, Bad Windsheim, Michelbach, Amorbach, Furth im Wald oder zuletzt in Feuchtwangen sowie besondere Veranstaltungen wie das Jubiläum des Landesverbands Singen und Musizieren in Regensburg oder in Burghausen.

Immer galt es, für den Verband zu werben, einzuladen, geeignete Örtlichkeiten zu finden oder den Ablauf der Veranstaltungen zu gestalten. Termine im Ministerium, Einladungen zu Veranstaltungen jeglicher Art, mit und ohne Ehrungen – auf die Arbeit von Franz Kleisinger war Verlass. Galt es, Lehrgänge und Fortbildung zu planen und zu organisieren oder eine verbandseigene CD zu erstellen: Dies alles war ohne den Jubilar nicht vorstellbar.

Dabei stand Franz Kleisinger auch in unmittelbarer Umgebung unter strenger Beobachtung und einem gewissen Leistungsdruck, denn die beiden benachbarten Patenvereine in Beyharting und Stephanskirchen beobachteten die musikalische Entwicklung in Rosenheim sowie in den übrigen Mitgliedsvereinen des LSW Bayern genau und steigerten sich ebenfalls zu Spitzenleistungen.

Als der Deutsche Bundesverband für Spielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge seine Aktivitäten einstellen musste, war es Franz Kleisinger, der die Weichen für eine Mitgliedschaft im Bayerischen Blasmusikverband und in der Folge in der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände stellte. Dies erforderte eine Überarbeitung der Wertungsspielordnung für das Bühnenspiel und den Marschwettbewerb. Waren die Mitgliedsvereine des LSW Bayern beim Bundesmusikfest 2007 in Würzburg noch Zuschauer, mauserte sich der Verband bei den Bundesmusikfesten in Chemnitz und Osnabrück zum kleinsten, aber erfolgreichsten der teilnehmenden Verbände. Dass die geplanten Deutschen Meisterschaften für Spielmanns- und Fanfarenzüge in Furth im Wald aufgrund der Coronapandemie nicht durchgeführt werden konnten, lag nicht an Franz Kleisinger. Doch diese Meisterschaften wären die Krönung seines Lebenswerks geworden.

Da sich Franz Kleisinger nun in den Privatbereich zurückgezogen hat, muss die ihm nachfolgende Verbandsführung auf viel Know-how verzichten, was aber zwangsläufig auch zu neuen Ideen führt. Der LSW Bayern ist froh, dass sich die neue Verbandsführung den veränderten Aufgaben stellt. Das anstehende 50-jährige Verbandsjubiläum und das Bundesmusikfest 2025 in Ulm und Neu-Ulm bringen dabei Fingerzeige, wohin die Entwicklung des Spielmannswesens insgesamt geht.

Die Verbandsführung des LSW Bayern wünscht Franz Kleisinger einen geruhsamen Ruhestand im Kreise seiner Familie, mit den Kindern, Enkeln und seinem Freundeskreis – und natürlich in Ausübung der bislang zu kurz gekommenen Hobbys, denn er hat für die Öffentlichkeit, den Verband und den Verein mehr als genug geleistet.

(Text: Gabi Schweiger, Sabine Bodner und Bruno Eisenmann für den LSW Bayern)